Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun,

ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.

(Albert Einstein)

Wie wirkt Psychotherapie?

 

Sie werden in der Psychotherapie nicht im wörtlichen Sinne "behandelt", lassen also keine Therapie wohltuend oder strapaziös über sich ergehen und warten, bis sie wirkt. Vielmehr ist Psychotherapie ein Dialog, ein Arbeitsgespräch oder Sie führen mit dem Therapeuten zusammen eine Intervention durch, die Ihnen eine neue Sicht, eine neue Perspektive und neue Handlungsmöglichkeiten in Ihrem Leben aufzeigt. Bei der Verhaltenstherapie wird das in ganz konkrete Verhaltensweisen umgesetzt, die Sie ausprobieren und verbessern, bis Sie durch Ihr Verhalten beispielsweise Ihre Beziehungen so gestalten können, wie Sie es sich wünschen. In der Verhaltenstherapie geht es allerdings nicht nur um Verhalten, sondern auch um Gedanken und Gefühle. Durch unterschiedlichste therapeutische Vorgehensweisen unterstützt der Therapeut den Patienten dabei auch in diesen Bereichen neue Erfahrungen zu machen. Die gemeinsame Besprechung der Lerngeschichte bzw. Biographie des Patienten ist hierfür eine wichtige Grundlage.

 

Was wirkt hat auch Nebenwirkungen - dieser Grundsatz gilt auch für Psychotherapie. Bei einer Therapie geht es nicht wie in der klassischen Medizin darum das Symptom „wegzumachen“.  Vielmehr geht es darum, das Symptom als Gelegenheit zu sehen die aktuellen Bedingungen des eigenen Lebens sowie auch Verhaltensmuster und womöglich auch Einstellungen kritisch zu hinterfragen. Psychotherapie zielt auf Veränderung ab. Veränderung kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern wirkt zurück auf das eigene Umfeld. Beispielsweise kann ein Patient, der durch die Therapie mehr Selbstbewusstsein erlangt häufiger in Auseinandersetzungen mit dem Partner oder  am Arbeitsplatz geraten. Zudem braucht Veränderung Energie. Eine erhöhte Erschöpfung ist durch die Auseinandersetzung mit belastenden Themen im Therapieverlauf möglich.