Unterschiedliche Psychotherapieverfahren

Es gibt eine Vielzahl von Psychotherapeutischen Behandlungsverfahren, im Folgenden möchte ich die Bekanntesten kurz vorstellen. Bei diesen handelt es sich auch um die gegenwärtig von den Krankenkassen bezahlten Therapien:

  • Das sind die analytisch begründeten  (tiefenpsychologischen) Verfahren, die davon ausgehen, dass das Wesen eines Menschen mit seinen Möglichkeiten und Begrenzungen im Unbewussten fest verankert ist. Die Therapie versucht also, Zugang zum Unbewussten zu bekommen, um dann in einem therapeutischen Dialog Veränderungen zu erreichen. Arbeitsmaterial sind in der therapeutischen Beziehung auftretende Übertragungen von konflikthaften Aspekten der Elternbeziehung. Übertragungen mit ihren ungünstigen Folgen für das heutige Leben werden so erkannt und bearbeitet. Die kürzere, bis 100 Stunden dauernde tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wird einmal wöchentlich im Sitzen durchgeführt, die längere, bis 200 Stunden dauernde analytische Psychotherapie ist noch an das Vorgehen von Sigmund Freud angelehnt und findet zweimal wöchentlich (oft auf der Couch liegend) statt. Die Rolle des Therapeuten ist bei diesen Verfahren eher aufmerksam wahrnehmend und zuhörend.

  • Dagegen nimmt der Therapeut in der Verhaltenstherapie eine deutlich aktivere Rolle ein, handelt mit dem Patienten einen Therapievertrag aus, legt gemeinsam mit diesem Therapieziele fest, gibt Aufgaben, macht Übungen und Rollenspiele, damit neue Verhaltensweisen besser gelingen, lobt bei Erfolg, hilft bei Misserfolgen, den Fehler zu finden, damit es beim nächsten Mal besser klappt usw. Heute gehen Verhaltenstherapeuten auch auf die Weichen stellenden emotionalen Erfahrungen der Kindheit ein, so dass der Patient verstehen kann, weshalb er bestimmte Fähigkeiten nicht erwerben konnte, die ihm geholfen hätten, ein zufriedeneres Leben zu führen. Und sie untersuchen auch die Gefühle wie Wut, Angst, Schuldgefühl und Scham, die das heute noch verhindern. Sie haben eine Vielzahl von Interventionen zur Verfügung, um festgefahrene Muster zu fühlen, zu denken und zu handeln, zu verändern.

Vergleichend kann man nicht grundsätzlich sagen, dass das eine oder das andere Verfahren besser ist. Der eine Patient kann sich mehr auf dieses Verfahren, der andere auf das andere einlassen. Ich kann natürlich aufgrund meiner Erfahrung etwas bei der Entscheidung helfen, welches die für Sie geeignete Therapierichtung sein könnte.